Einen Beitrag zur Gestaltung naturnaher Gärten findet ihr auf unserer Seite bereits. Da ist es naheliegend eines der beschriebenen Strukturelemente auch mal selber zu gestalten. Wir durften 13 Quadratmeter Rasen in ein Sandarium mit zwei potentiellen Rückzugsräumen für Käfer, Amphibien und vielleicht sogar irgendwann mal Eidechsen umwandeln. Offene nährstoffarme Böden sind nicht nur das zuhause von 75% unserer in Deutschland lebenden Wildbienen, sondern auch besonders divers in ihrer Pflanzengemeinschaft. Viele dieser Arten können sich in Stickstoffreichen Böden gegen schnellwachsende Pflanzen wie zum Beispiel Brennnesseln einfach nicht durchsetzen. Doch sind es insbesondere Pflanzen, welche auf abgemagerten Böden gedeihen, die für die Vielfalt unserer Insektenwelt so wichtig sind. Und weil sich dieses Naturgartenelement toll mit Holz und Steinen kombinieren lässt und auch unsere heimische Amphibien Hilfe gebrauchen können, haben wir auf jeweils einem Quadratmeter zwei unterirdische Labyrinthe als Rückzugsort für Molche, Kröten, Käfer und vielleicht sogar Eidechsen angelegt. Dafür wurde händisch 80 Zentimeter tief Ackerboden durch Feinsand mit Lehmanteil ersetzt, Steine und vor allem jede Menge Totholz eingebracht und anschließend mit heimischen Wildstauden bepflanzt.
Das Material stammt aus einer nahegelegenen Kiesgrube, das Holz von netten Mitarbeitern einer mit „Baumschnitt zur Wegesicherung“ betrauten Firma und jede Menge Überbleibsel vom Hausbau.
Das Ergebnis ist neben der Förderung der Artenvielfalt, auch ästhetisch ein Hingucker, hat den Abtransport von Bauresten erspart und nimmt durch seine Pflegeleichtigkeit auch dem Rasenmäher Arbeit ab.


Potentielle Nachahmer finden am Ende des Beitrags die Liste der Pflanzen, die wir kriegen konnten. Das Spektrum an heimischen Arten ist riesig und bei naturadb.de findet ihr die richtigen Pflanzen für jeden Standort, ergänzt um die Liste der Individuen, die von Ihnen und mit ihnen leben. Wichtig ist an der Stelle zu erwähnen, dass sowohl lebende Pflanzen als auch Totholz nicht einfach aus der Natur zu entfernen sind. Dafür gibt es bequemere Lösungen.
Hier ein paar Anbieter, die sich auf heimische Pflanzen spezialisiert haben oder zumindest einen erheblichen Anteil ihres Sortiments ausmachen:
www.staudenspatz.de
www.wild-land.de
www.nordischer-shop.at
www.naturgartenshop.com
Natternkopf (Echium vulgare)
Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe)
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)
Heidenelke (Dianthus deltoides)
Blauschwingel (Festuca glauca)
Gewöhnliches Zittergras (Briza media)
Schaf-Schwingel (Festuca ovina)
Rubdblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
Ackerglockenblume (Campanula rapunculoides)
Frühlingsfingerkraut (Potentilla neumanniana, Potentilla verna)
Milder Mauerpfeffer (Sedum acre)
Aufrechter Ziest (Stachys recta)
Nickendes Leimkraut (Silene nutans)
Heilender Ziest (Stachys officinalis)
Wundklee (Anthyllis vulneraria)